Montag, 21. Februar 2011

Halls of Fame

Die USA haben für alles eine Hall of Fame: Basketball, Baseball, Football, Golf, und so weiter und so weiter. Und da wir noch ein wenig Zeit bis zum Shuttlestart vertreiben müssen, haben wir uns heute zwei davon angesehen:

ASTRONAUTS HALL OF FAME AND MUSEUM

Es befindet sich eigentlich direkt vor dem Kennedy Space Center und der Eintritt ist im Ticket für das Space Center mit inbegriffen. Im Museum findet man alles Mögliche aus der Raumfahrt. Auf einer riesigen Kugel werden die Abbilder der Planeten projeziert und die Himmelskörper vorgestellt. Eine Timeline stellt die Entwicklung der Raumfahrt und ihre Bedeutung in der menschlichen Geschichte der letzten Jahrzehnte dar. Da gibt es original Raumanzüge und verschiedene Equipments zu bewundern, zum Beispiel Alan Sheperds Raumanzug, den er als erster Amerikaner im All trug oder ein original Kontrolltisch des Houston Kontrollzentrums aus den 60ern. Einige Originaldokumente werden in Schaukästen aufbewahrt und der geneigte Besucher kann sich an verschiedenen Experimenten versuchen. Besonders hervorzuheben sind da einige Brocken Mondgestein, an denen man riechen kann. "Moon Smell" heißt das Ganze, und das Mondgestein hat wirklich einen ganz eigenen Geruch, den man gar nicht genau definieren kann. Irgendwie metallisch, nach Schießpulver oder auch ein bisschen nach Tankstelle. Ganz seltsam, das Zeug. Und dann gibt es noch den "G-Force-Trainer". Natürlich musste ich in das Teil rein...meine Fresse! Man sitzt also in dieser engen Kabine und hat vor sich einen Monitor, auf dem ein (wirklich sehr realistischer) simulierter Flug eines Düsenjets abläuft. Die Kabine dreht sich und dreht sich, wird schneller und schneller. Man wird förmlich in den Sitz gepresst, wenn der Jet in die Höhe geht. Und wenn der Sturzflug anfängt, ist eh alles aus...die Kabinen neigen sich noch nach oben und man merkt die G-Kräfte ganz deutlich. Ich kann euch sagen: Ich bin echt alt geworden. Mir war gut schwindelig nach dieser Tortur. Wenn ich zur Nasa müsste, dann bitte als Koch in der Küche der Bodenstation...das wäre toll!
Achja, ein originelles Souvenir haben wir uns noch gegönnt: Meteoritengestein. Sieht echt gut aus...mal schauen, ob wir nochmal in einem echten Krater (gibt es in New Mexiko ein paar) selbst danach suchen!

Der G-Force-Trainer, dieser Mistkerl!

     



POLICE HALL OF FAME AND MUSEUM

Es befindet sich direkt neben der Astronauts Hall of Fame. Anfangs waren wir ja nicht so angetan. Polizeimuseum..ui, toll (gähn)! Aber wir sind dann doch rein, war ja gleich nebendran und aufgrund unserer mittelschweren bis schweren Verbrennungen durch zuviel Sonne wollten wir mal ein wenig drinnen bleiben, dort wo die bösen warmen Strahlen nicht hinkommen.
Und drinnen - ja, da hat uns ein richtig gutes Museum mit vielen Artefakten erwartet! Es war sehr interessant, die einzelnen Polizeiwagen, Waffen oder Ausstellungsstücke zu betrachten, etwas über die Polizeiarbeit und kriminalistische Methoden zur Aufklärung von Verbrechen zu erfahren und verschiedene Dokumente in Original zu betrachten.
Da man hier einen Discount bekommt, wenn man im Space Center war, auch hier wieder eine klare Empfehlung von uns!



Filmauto aus "Blade Runner" mit Harrison Ford (also der Film
ist mit Harrison Ford  - der Kerl hier wäre vielleicht gern Harrison Ford,
ist er aber nicht!)

Originalbrocken vom World Trade Center

Dirty Harrys Sheriffstern

Todeserklärung Ted Bundys


Die Hall of Fame



Sonntag, 20. Februar 2011

Daytona 500

Heute waren wir beim berühmten DAYTONA 500 Rennen. Das Rennen geht - wie der Name schon sagt - über 500 Meilen und somit über 200 Runden um den Daytona International Speedway.

Sind heute morgen extra früh losgefahren und trotzdem in einen kleinen Stau kurz vor Daytona geraten. Schon am Rand der Autobahn sah man die zigtausend Camper mit ihren Zelten und Trailern, und als man dann in die Stadt hineinfuhr, wurde es auch nicht ruhiger: Die Menschen pilgerten am Strassenrand Richtung Speedway, die Fastfoodketten und Tankstellen boten ihre Parkplätze zu Spotpreisen von bis zu 50 Dollar an und einige Spätzünder (zu sehen auf dem einen Bild unten) suchten sogar noch nach Tickets. Der normale Wahnsinn eben bei Veranstaltungen hier in den USA. Immerhin waren ja auch um die 160.000 Leute beim Rennen. Wir fanden dann schließlich einen recht günstigen und günstig gelegenen Parkplatz auf dem Gelände irgendeiner Firma für 20 Dollar und haben uns durch die Menschenmassen zur Rennbahn gekämpft - vorbei an Pfadfindern, die Schilder zu den Parkplätzen in der Hand hielten, grillenden tätowierten Männern, die "Girls just wanna have fun" im Radio hörten und den üblichen in ihre Handys stierenden oder irgendwas mampfenden Standard-Amerikanern.

Schließlich kamen wir an unserem Platz an und ließen noch ein zwei Stunden langes Endlos-Vorprogramm über uns ergehen, einschließlich: Einer fantastischen Parade von Coca Cola und Budweiser LKWs, ergreifender Reden, dem Konzert irgendeines Castingshow Gewinners und der Vorstellung der Fahrer sowie der prominenten VIP-Gäste (Regisseur Michael Bay und Schauspieler des "Transformers"-Film). Die obligatorische Hymne und über den Himmel zischende Düsenjäger beendeten dann den Vorprogrammspuk - das Rennen ging endlich los!

Und die Kisten machen ganz schön Dampf, muss man sagen! Sobald der rote Startwagen in die Box fuhr, wurde auf`s Gas gedrückt und mit einem Heidenlärm und 200 Meilen pro Stunde über den Asphalt gebrettert...zentimeterdicht hingen die Fahrzeuge aufeinander und jagten sich erbarmungslos durch die ingesamt 200 Runden, bis zum nächsten Crash oder der nächsten "Unterbrechung": Dann fuhr der Leitwagen (ich nenne ihn jetzt mal so) vor die Meute, bis das Feld wieder geräumt war, um die nächste Hetzjagd einzuläuten. Daytona 500 macht wirklich Spaß und bleibt spannend, da während den "Unterbrechungen"; also den Fahrperioden mit einem Leitfahrzeug vornedran, die hinteren Fahrzeuge wieder aufrücken konnten oder das langsamere Gangtempo für Boxenstops genutzt wurde. So kam es vor, dass manche Fahrer vom hinteren Platz bis zum ersten Platz vorrückten - und wieder abfielen. Das Rennen ist also ebenso vom fahrerischen Können als auch von den Nerven und taktischem Verfahren während den gemächlichen Fahrperioden abhängig. Herrlich!

Insgesamt hatten wir also echt einen tollen Tag beim Rennen. Nur jetzt gerade im Moment leiden wir...wir saßen nämlich ganze 5 Stunden in der prallen Sonne! Die extra gekauften Baseballkappen halfen da auch nicht mehr viel...jetzt sind wir krebsrot, mit Aftersun-Creme und irgendeinem Burn-Relief-Zeugs vollgeschmiert und schauen das Allstarsspiel der Basketballer im Fernsehen. Alles brennt nur noch...und Caro hat sich gerade eben über mein Aussehen lustig gemacht. Naja - ich bins ja gewohnt!
Aber bevor wir euch im kalten Europa noch mehr über Sonnenbrände erzählen, hier lieber ein paar Bilder vom Rennen:
















































PS: 26 Grad haben wir hier zu Zeit. Das ist echt richtig schön angenehm warm!